Urs Britt
aus Wattwil hofft, bald mehr Hirsch-Stiere schiessen zu dürfen.
Verstehen Sie Ihr Gegenüber noch? René Bürgin weiss, was bei Schwerhörigkeit hilft. zVg
Vom 14.-16. Oktober 2026 fand der 70. Kongress der Europäischen Union der Hörakustik (EUHA) in Hannover statt. Das Hauptthema des diesjährigen EUHA Kongresses war die künstliche Intelligenz (KI). Eine spezielle Neuheit war ein komplett implantierbares Cochlea-Implantat (CI) der Firma Med-El. Die Vor- und Nachteile eines solchen Produktes wurden sehr kontrovers diskutiert. Ein weiteres spezielles vorgestelltes Produkt war das externe Mikrofon Roger On Sphere. Es bietet neu dank KI eine noch klarere Trennung von Sprache und Störlärm. Diese Technologie kann dank Funkempfängern auch mit Hörsystemen verbunden werden, welche bisher noch keine KI-Unterstützung hatten. Dank vier Mikrofonen kann dieses Gerät sowohl in der Hand gehalten als Richtmikrofon, wie auch auf dem Tisch platziert als kleines Konferenzmikrofon und nicht zuletzt um den Hals des Sprechers getragen, zum Verstehen dieser Person über Distanz oder in sehr schwierigen akustischen Bedingungen eingesetzt werden. Bei der Integration von KI in Hörsystemen gibt es zwei Trends, welche von den Herstellern verfolgt werden. Die Produkte Phonak EON Sphere und die Resound Sensia konzentrieren sich auf ein Deep Neural Network (DNN) und damit auf eine KI, um das maximale Sprachverstehen in allen akustischen Umgebungen zu erreichen. Signia Pure MaX, die Oticon Reveal und die Stakey Omega AI+ integrieren bis zu 4 DNNs, um damit einzelne Teilbereiche, wie Sprache, Lärm, Umgebung und die eigene Stimme zu analysieren. Die Idee ist hiermit nicht nur die Sprachverständlichkeit, sondern auch die jeweilige Situation abzubilden und somit einen natürlicheren Klang zu erreichen. Es wird sehr interessant sein zu sehen, wohin diese beiden Philosophien führen werden. Zusätzliche Dienstleistungen und Geräte wie KI-Unterstützung für Unternehmen oder Otoplastik-Labore aus Deutschland und der Schweiz waren ebenfalls mit beeindruckenden Ausstellungen vertreten. Der Trend geht dazu, neue Anwendungsfälle für moderne Materialien wie Titan und ThermoTec sowie neue Designs zu erkunden, mit welchen Otoplastik auch als Schmuck angeboten werden können. Ich habe sicherlich noch einiges verpasst, da drei Tage zu kurz waren, als dass eine Person alles mitnehmen und verarbeiten kann.
René Bürgin – Hörgeräteakustiker aus Leidenschaft
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