Raimond Gatter
unterstützt bei Rokj weniger privilegierte Kinder aus den Regionen Linthgebiet, Obersee…
Seit fast 50 Jahren gibt es das Hallenbad Bütschwil und es ist nicht nur in die Jahre gekommen, sondern sorgt auch seit Jahren für Diskussionen.
Hallenbad Bütschwil Es muss saniert werden, das steht fest. Doch genügt das? Oder bräuchte das Hallenbad nicht noch eine Erweiterung? Zumindest ist das der Tenor einer Studie zur Kundenzufriedenheit aus dem Jahr 2017. Kein Angebot für Kleinkinder, fehlendes Sprudelbad, zu wenig Schwimmbahnen – das sind einige der Kritikpunkte, die damals vorgebracht wurden. Es ist nicht barrierefrei und vielseitig genug. Kurzum, das Hallenbad Bütschwil verliert zunehmend an Attraktivität und kann mit anderen Angeboten nicht mehr mithalten. Dazu kommt noch eine an vielen Stellen marode Bausubstanz und Technik, die ausgedient hat, eine Rutschbahn, die kaum noch zu flicken ist, Sicherheit und Barrierefreiheit sind nicht gewährleistet.
Der Zweckverband ergriff die Chance und stellte im Zuge der anstehenden Erneuerung ein Projekt vor, das noch eine Erweiterung der Wasserflächen vorsah. Mitte des vergangenen Jahres hat sich der Verwaltungsrat dann dazu durchgerungen, noch ein weiteres Sanierungsprojekt ohne Erweiterung auszuarbeiten. Mit der überarbeitetem Erweiterungsvariante aus dem Jahr 2017 liegen nun zwei Vorschläge vor, die am Dienstagabend Gemeindevertretern, politischen Parteien, Schulen und Organisationen aus den vier Zweckverbandsgemeinden Lütisburg, Mosnang, Neckertal und Bütschwil-Ganterschwil vorgestellt wurden.
Das Hallenbad in Bütschwil ist in allen Bereichen an seinen Gren-zen angekommen, erklärte Aron Gerber, Verwaltungsratspräsident des Zweckverbands zur Eröffnung des Orientierungsanlasses. Architekt Kay Kröger und Christian Isler von der badplanenden Firma Hunziker Betatech präsentierten anschliessend ihre Pläne. Bei einer reinen Sanierung wird die bestehende Anlage vollständig erneuert, ohne sie räumlich auszubauen. Bei dem Vorschlag Sanierung mit Erweiterung wird es neben der Erneuerung noch einen Anbau in geben. Die Wasserfläche wird damit um 40 Prozent vergrössert.
Mit einer Sanierung kann die Schliessung des Hallenbads Bütschwil zwar verhindert werden, aber es würde den Bedürfnissen nach einem attraktiven Familien- und Freizeitbad nicht gerecht werden. Das kann nur mit einer Vergrösserung und Erneuerung erreicht werden. Es stehen sich nicht nur zwei Vorschläge gegenüber, sondern auch die Kosten. Diese würden bei einer Sanierung 13,9 Millionen Franken betragen und bei einer Erweiterung bei 20,2 Millionen Franken liegen. Damit gibt es nicht nur ein überarbeitetes und ein neues Projekt vor, sondern auch aktuelle Zahlen.
Nach der Projektvorstellung haben Parteien, Schulen und Vereine bis zum 15. Mai Zeit, sich zu den Plänen zu äussern. Anschliessend will der Verwaltungsrat einen definitiven Variantenentscheid fällen und über das weitere Vorgehen, öffentlich informieren. Ende November sollen dann die Bürger an der Urne über das Projekt abstimmen. Der Ball liegt also dann bei den Zweckverbandsgemeinden und es kommt darauf an, ob sie den Vorschlag gut-heissen oder nicht. Das finanziell angeschlagene Lütisburg könnte das Zünglein an der Waage werden. Schon während des Orientierungsanlasses wurde die Gemeindepräsidentin Katharina Meier gefragt, wie die Meinung des Lütisburger Gemeinderats zu den vorliegenden Varianten sei. Um die Bevölkerung ebenfalls rechtzeitig zu informieren und Missverständnisse zu verhindern, nahm die Gemeinde schon kurz nach der Veranstaltung zu den Projektvorschlägen Stellung. Aus der Sicht des Gemeinderates handelt es sich bei beiden Varianten um sehr gute und ansprechende Ideen, heisst es in der Mitteilung, die hohen Kosten aber beschäftigen den Gemeinderat Lütisburg. Er sieht sich aus finanzpolitischen Gründen gezwungen, die Erweiterung bei der Abstimmung dem Stimmvolk zur Ablehnung zu empfehlen. Ebenfalls nicht finanzierbar ist die vorgelegte Sanierungsvariante. Diese müsse kostenmässig massiv redimensioniert werden. Es sei aber klar, dass die geplante Asbestsanierung, trotz hoher Kosten, vorzunehmen sei, es wäre fahrlässig und verantwortungslos, dies nicht zu tun. Für den Gemeinderat wäre eine etappenweise Sanierung denkbar. «Je nach Höhe der Kosten könnte der Gemeinderat Lütisburg einer solchen schlankeren Sanierungsvariante allenfalls zustimmen und der Bürgerschaftbei einer allfälligen Abstimmung zur Annahme empfehlen. Es gilt nun, eine gute Lösung zu finden, damit das Bad nicht geschlossen werden muss.» Der Ball ist wieder zurück beim Verwaltungsrat: Will er das Hallenbad Bütschwil retten, müssen alle Zweckverbandsgemeinden seiner Variante zustimmen.
⋌hem
Lade Fotos..