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übernimmt neu das Präsidentenamt des Sportvereins Wildhaus - Alt St.Johann.
30 Jukebox-Hits, live vorgetragen und mit einer eingängigen Geschichte garniert: «Jukebox Heroes» soll ein Fest werden, wie Fabienne Louves und Gigi Moto im Doppelinterview erzählen. Das Stück erforderte für beide eine ungewöhnliche Vorbereitung. Eine Dorfbeiz, wie sie in Ebnat-Kappel, Düdingen, Arbon oder Zofingen vorkommen kann, feiert Jubiläum. Diese Party wird mit vielen bekannten Hits aus der Jukebox gefeiert. Das ist die Geschichte hinter der Produktion «Jukebox Heroes», die am 28. Februar im Dömli Halt macht und 30 der bekanntesten Songs von Abba über Michael Jackson und die Fantastischen Vier bis hin zu Frank Sinatra und Zucchero im Gepäck hat. Die «Toggenburger Zeitung» hat die beiden bekanntesten Protagonisten des Stückes, Fabienne Louves und Gigi Moto, zum Doppelinterview empfangen.
Seid ihr gut ins Jahr gestartet?
Gigi: Ja. Es war natürlich ein eigenartiger Start ins Jahr, wenn man die Weltlage und auch die Vorkommnisse in der Schweiz bedenkt. Wir haben deshalb im Januar ein zweites Silvester gefeiert.
Fabienne: Wir hatten an Silvester noch eine Aufführung von «Forever Young», wo wir beide mitspielen. Darum haben wir dort angestossen. Das zweite Mal war dann bei mir zu Hause.
Ende Februar kommt ihr ins Dömli mit «Jukebox Heroes». Wart ihr schon mal in dieser Location?
Gigi: Nein, noch nie. Ich habe aber schon mal im Toggenburg gespielt, damals in Mogelsberg und ich war schon mal in Bütschwil. Aber in Ebnat-Kappel noch nie.
Fabienne: Wie ist es denn dort?
Es ist eine alte Kirche, die ausgeweiht und dann zur Eventlocation umgebaut wurde.
Fabienne: Dann gibt es dort sicher eine gute Akustik.
Welche Erwartungen habt ihr an das Toggenburger Publikum?
Gigi: Wir hoffen, dass das Publikum das gleiche Gefühl wie wir auf der Bühne hat und Spass hat.
Fabienne: … und sich mitreissen lässt. Wir hatten bei diesem Stück immer ein gutes Publikum. Die Zuschauer sind ja Teil des Stückes: Es wird das Jubiläum der Beiz «Rosengarten» gefeiert und das Publikum ist zu Gast in der Beiz. Ich glaube, dadurch sind die Zuschauer automatisch dabei, möchten mitmachen und haben Spass. Es werden auch bekannte Lieder gespielt, die mitreissen und die man mitsingen kann. Diese Lieder durfte das Publikum vor der Uraufführung im Bernhard Theater Zürich online auswählen und wir haben dann darum herum ein Stück kreiert.
Gigi: Es gibt ja in jedem Ort eine Beiz, wo man gerne hingeht. Dieses Feeling wollen wir vermitteln. Wir hoffen, dass wir auch die Toggenburger mitreissen können.
Die Vorstellung im Dömli ist Teil einer Tour durch die Deutschschweiz. Wart ihr schon mal mit einer Theaterproduktion auf Tour?
Gigi: Nein, in der Form noch nie. Das wird sicher eine Herausforderung, weil wir uns anpassen müssen. Im Bernhard Theater in Zürich, wo wir die Location kennen, sind wir von der Bühne und haben dem Publikum ein Bier gebracht, zum Beispiel. Ob wir das überall so machen können, weiss ich nicht. Wir werden wohl einiges anpassen müssen und die Soundchecks sowie die Vorbereitung werden länger dauern.
Fabienne: Ja, man muss flexibel sein. Wo geht man runter ins Publikum, wie kommt man wieder hoch auf die Bühne. Aber das macht es auch für uns spannend.
Was macht für euch der Reiz von «Jukebox Heroes» aus?
Fabienne: Die Musik und das Ensemble.
Gigi: Alle Stimmen auf der Bühne sind wirklich sehr schön zusammengewachsen und verfliessen ineinander. Ich finde auch die mehrstimmigen Passagen sehr reizvoll.
Fabienne: Wir zwei singen ja auch mit Band. Wenn wir dann dies in ein Theater integrieren können, ist das mega geil. Es ist kein Musical, sondern ein Live-Konzert mit Theater. Wir spielen ja bei «Jukebox Heroes» mit einer Live-Band, die voll abgeht.
Gigi: Die Live-Band ist uns wichtig, damit Jukebox Heroes zum Konzert-Erlebnis wird. Das ist sonst bei Theatern nicht üblich. Das Stück ist somit auch ein Fest.
Musstet ihr euch speziell auf eure Rollen in Jukebox Heroes vorbereiten?
Gigi: Ja, wir mussten teilweise Szenen neu erfinden.
Fabienne: Das Stück gab es vorher ja nicht. Die Idee von Regisseur Dominic Flaschka und Eric Hättenschwiler war da, aber die Entwicklung fand dann mit dem ganzen Ensemble statt. Normalerweise hat man acht Wochen zum Proben, aber hier mussten wir in dieser Zeit zusätzlich das Stück mitentwickeln. Darum war es intensiver.
Gigi: Was, wie und wieso wir das nach welcher Szene spielen mussten wir erfinden, damit wir das Stück dann spielen konnten. Darum hatte ich auch kurz vor den ersten Auftritten etwas Bammel.
Fabienne: Aber es funktioniert.
Gigi: Wir mussten viel geben. Man übt die Singpassagen, dann kommt noch die Choreo dazu und man vergisst plötzlich den Text. (lacht)
Fabienne: Dann haben wir noch ein Lied mit sogenannten Boomwhackers, das sind Röhren, die Töne erzeugen. Da muss man dann Rhythmus und Ton gleichzeitig machen. So fordern wir uns selbst heraus.
Mit diesem Stück hattet ihr jetzt ein paar Wochen Pause. Geht das dann gut, wenn man so wie ihr jetzt ein paar Wochen das Stück nicht mehr gespielt hat?
Fabienne: Wir hatten schon noch einmal Proben vor der Tour. Und vieles ist bei der Wiederaufnahme schon im Körper drin. Da denkt man: Oh, ich muss das üben. Dann merkt man bei den Proben, dass es doch recht einfach geht. Oder man steht vor dem Bühnenbild und dort denkt man oft in Schubladen, also wenn man eine gewisse Aktion macht, muss man den einen Satz sagen. Das wird dann im Körper gespeichert.
Gigi: Ja, nicht nur das Gehirn, auch der Körper speichert Informationen und erinnert sich. Und auf das zählen wir Schauspieler.
Was macht für euch den Reiz aus, in einer solchen Produktion zu spielen im Vergleich zu einem eigenen Konzert?
Gigi: Ich finde, es ist total etwas anderes. Bei einem Konzert ist man die Frontperson. Wenn etwas schief geht, trägst du die Verantwortung. Wenn die Leute nicht kommen, ist das ebenfalls bei dir. Bei einer Produktion wie «Jukebox Heroes» ist as nicht so – da ist vor allem der Regisseur schuld (lacht). Darum ist es auch ein anderes Lampen-fieber.
Fabienne: Ab und zu ist es auch toll, die Verantwortung zu haben, wenn man alleine singt. Wenn es klappt, ist das sehr befriedigend. Beim Ensemble kann man das aber auch teilen. Das ist ebenfalls sehr schön, miteinander auf der Welle dieser positiven Emotionen zu reiten.
Was habt ihr sonst noch vor im 2026?
Gigi: Ich habe ein paar Konzerte mit meinem eigenen Musikprojekt. Sonst spiele ich bei «Mama Mia» in der Maag-Halle mit, und bei «Bye Bye Bar» im Casino Theater Winterthur. Nach vielen Jahren spielen wir dieses Stück nochmal. Und dann sind wir gegen Ende Jahr nochmals auf Tournee mit «Forever Young». Und dazwischen muss ich noch ein paar Gigs reinziehen. (lacht)
Fabienne: Ich durfte eine kleine Rolle beim Kinofilm «Ewigi Liebi» besetzen, der aktuell in den Kinos läuft. Das war sehr spannend. Dann spiele ich noch in «Das Vampirgerücht» in Mammern mit, am Bodensee. Später im Jahr singe ich in Chur einige Konzerte mit der Kammerphilharmonie Graubünden. Mit Soul Divas habe ich Auftritte im Theater Rigiblick in Zürich. Ansonsten ist einiges in Verhandlung, aber noch nichts spruchreif. Und dann bin ich auch Ende Jahr wieder bei der Tournee von «Forever Young» dabei.
Gibt es bei euch auch mal wieder neue Musik?
Gigi: Ja, ich arbeite daran. Seit einem Jahr bin ich zusammen mit meinem Mann am Songs schreiben. Wir machen im Moment hochdeutsche Sachen. Wir finden es cool, haben sowas noch nie gemacht und sind gespannt, wie es dann ankommt bei den Leuten, wenn wir es rausbringen. Es ist mir noch ein bisschen fremd, weil ich bisher immer Englisch gesungen habe.
Fabienne: Neue, eigene Musik habe ich nicht geplant. Konzerte gebe ich allerdings weiterhin. Sollte mich aber die Muse packen oder es sich ergeben, dann kann ich mir das schon vorstellen. Anders als Gigi habe ich aber keinen Mann aus dem Musikbusiness zu Hause, mit dem ich so super Musik machen kann. (lacht)
⋌Alex Schüpbach
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