Félix Brunschwiler
zeigt sich enttäuscht über das Nein zur Tiefgarage in Schmerikon.
Gebäcke in Fischform haben im Toggenburg sowie im Thur- und Neckertal Tradition. Der Toggenburger Mandelfisch gehört seit Generationen zu den klassischen Spezialitäten in Toggenburger Backstuben. In der Bäckerei-Konditorei Hörnli in Hemberg hat der süsse Fisch seit rund zehn Jahren Gesellschaft: die Bächli-Forelle. Entstanden ist sie als Vater-Tochter-Projekt der Bäckerfamilie Schelling.
Toggenburg Am Anfang stand gar nicht der Mandelfisch im Mittelpunkt. Marina Schelling und ihr Vater wollten ein bestehendes Produkt nach Art eines «Rehrücken-Kuchens» überarbeiten und etwas Eigenes schaffen. Bei der Form war jedoch schnell klar: Ein Fisch sollte es sein. Schliesslich hat dieser in den Toggenburger Backstuben Tradition. Der klassische Mandelfisch besteht aus Mürbeteig und einer süssen Mandel- oder Nussfüllung. Seine genaue Herkunft lässt sich heute nicht mehr eindeutig nachvollziehen. Als Ostschweizer Spezialität ist er aber bereits seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Im Toggenburg wurde er über Generationen zu einem festen Bestandteil der Backtradition.
Bei der Bächli-Forelle steckt bereits im Namen ein gutes Stück Heimat. Bächli ist das Nachbardorf von Hemberg, getrennt durch den Fluss Necker. Wer im Restaurant Hörnli sitzt, hat nicht nur einen herrlichen Blick auf den Säntis, sondern auch auf das Dorf auf der anderen Hangseite. Die Verbindung zum Nachbardorf und die traditionelle Fischform gaben der Spezialität schliesslich ihren Namen. Die Basis bildet ein zweifarbiges Mandelbiskuit: eine helle Masse mit Mandeln und eine dunkle mit Kakao und Schokolade. Dazu kommen Bittermandel-Buttercreme sowie ein Sirup mit Maraschino und Kirsch. Gerade die Creme macht den Unterschied zum klassischen Mandelfisch und sorgt dafür, dass die Bächli-Forelle besonders «saftig» wird. Die Herstellung ist entsprechend aufwendig. Zwei Biskuitmassen, Sirup und Creme werden separat zubereitet und anschliessend einzeln in die Form eingebracht. Damit ist die Bächli-Forelle aufwendiger und exklusiver als der klassische Mandelfisch, der im Hörnli übrigens weiterhin angeboten wird.
Als Marina und Matthias Schelling die Rezeptur der Bächli-Forelle vor rund zehn Jahren entwickelt haben, durften die Gäste zunächst degustieren. Inzwischen hat sie sich als Hausspezialität etabliert. Marina arbeitet seit zehn Jahren im Familienbetrieb und hat diesen vor zwei Jahren übernommen. Neue Kreationen sind ihr wichtig – auch, damit es ihr in der Backstube und den Kundinnen und Kunden beim Einkaufen nicht langweilig wird. Gleichzeitig schätzen die Gäste das Bewährte und kommen gerade wegen der bekannten Spezialitäten. Die Bächli-Forelle verbindet beides: Toggenburger Tradition und die Freude, Bestehendes und Neues weiterzuentwickeln. Erhältlich
ist sie in zwei Grössen und kann im Restaurant genossen oder im Laden gekauft werden. Im Kühlschrank hält sie sich rund eine Woche und wird am besten leicht temperiert gegessen. Bei Schellings selbst braucht es dazu nicht viel: ein Stück Bächli-Forelle und einen Kaffee.
pd
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