DJ TATANA
feierte ihren 50. Geburtstag im Entra in Rapperswil.
Die geplante Reduktion der Storchenpopulation in Uznach sorgt für Diskussionen. Während die Grünen auf gezielte Abwehrmassnahmen setzen, fordert die SVP eine kontrollierte Population. Gemeindepräsident Diego Forrer hat seine ursprüngliche Ankündigung inzwischen relativiert.
Uznach Die Störche gehören zum Ortsbild von Uznach. Doch die wachsende Population sorgt zunehmend für Probleme: Verschmutzte Dächer, verstopfte Regenrinnen, Gestank und hohe Reinigungs- und Unterhaltskosten
belasten Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer sowie die Gemeinde. Gemeindepräsident Diego Forrer kündigte deshalb an, die Storchenpopulation innerhalb von vier Jahren um 50 Prozent reduzieren zu wollen. Gegenüber SRF relativierte er seine Aussage inzwischen. Die Ankündigung sei hart gewesen. Bereits der Erhalt der Population auf dem heutigen Stand oder eine Reduktion um 20 Tiere wäre seiner Einschätzung nach ein gutes Ergebnis.
Die Grünen Uznach sprechen sich für den Erhalt der Storchenpopulation aus. «Die Storchenpopulation gehört nun seit vielen Jahren als Wahrzeichen zu Uznach», sagt Cornelia Meier im Namen des Parteivorstands. Nachdem der Weissstorch in der Schweiz praktisch ausgestorben gewesen sei, sei es ein grosser Erfolg gewesen, die Tiere in Uznach wieder anzusiedeln. Zudem sei der Weissstorch eine geschützte Tierart. Den Grünen sei bewusst, dass die Zahl der Störche in den vergangenen Jahren rasch zugenommen habe und dadurch auch die Schäden grösser geworden seien. Trotzdem sei die angekündigte Reduktion aus ihrer Sicht jedoch «eindeutig zu hoch und nicht der richtige Weg zur Lösung des Problems». Stattdessen sollen Abwehrmassnahmen möglich sein, um den Nestbau an kritischen Stellen zu verhindern. So könnten die Störche beispielsweise in geeignete Gebiete gelenkt werden. Wie solche Massnahmen konkret aussehen könnten, müsse gemeinsam mit dem Storchenverein sowie Fachpersonen von Bund und Kanton erarbeitet werden. «Die Massnahmen müssen sorgfältig geprüft werden und sollen nachhaltig sein», hält Meier fest.
Auch die SVP Uznach stellt die Bedeutung der Störche als Wahrzeichen der Gemeinde nicht infrage. Gleichzeitig betont sie die Belastungen, welche die Tiere im Siedlungsgebiet verursachen. Stefan Rüegg beschreibt die Situation für den SVP-Vorstand folgendermassen: «Was einst als stolzes Wahrzeichen der Gemeinde begann, ist für viele Einwohner zu einer extremen Belastung im Alltag geworden.» Gemeinde und private Hauseigentümer müssten jährlich tausende Franken für Spezialreinigungen und bauliche Abwehrmassnahmen aufwenden. Als Beispiel nennt die SVP die Kirche, deren Reinigung rund 12'000 Franken pro Jahr koste. Auch private Hausbesitzer investierten teilweise Tausende Franken in Reinigungen und bauliche Massnahmen. Die SVP verweist zudem auf die seit der
Wiederansiedlung in den 1960er-Jahren kontinuierlich gewachsene Population. Sie bringt die Situation auch mit der Klimaerwärmung in Verbindung, aufgrund derer die Störche zunehmend in der Schweiz überwinterten. Für die Partei stellt sich damit die Frage nach der Verhältnismässigkeit. «Der Uzner Storch bleibt weiterhin das Wahrzeichen», so Rüegg. Die Population solle jedoch überschaubar und kontrolliert bleiben.
Wie eine mögliche Regulierung aussehen könnte und wer künftig für Schäden und Reinigungskosten aufkommen soll, ist weiterhin offen. Während die Grünen auf gezielte Abwehrmassnahmen und die Zusammenarbeit mit Fachstellen setzen, spricht sich die SVP für eine kontrollierte Population aus. Eine Lösung muss sowohl den Schutz der Tiere als auch die Belastungen für die Bevölkerung berücksichtigen.
Shannon Senn
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