Félix Brunschwiler
zeigt sich enttäuscht über das Nein zur Tiefgarage in Schmerikon.
Während einer temporären Umleitung im August war es im Uzner Städtli ungewohnt ruhig. Mehrere Gewerbetreibende berichten von weniger Stau, weniger Lärm und einer höheren Aufenthaltsqualität. Sie fragen sich deshalb, weshalb eine ähnliche Verkehrsführung nicht dauerhaft umgesetzt wird.
Uznach Für viele Gewerbler ist die Verkehrssituation im Städtli kein neues Problem. Bereits vor Jahrzehnten sei über mögliche Lösungen diskutiert worden. Besonders die regelmässigen Schliessungen des Bahnübergangs sorgen nach ihrer Einschätzung für Rückstaus. «Die Barriere ist zweimal pro Stunde für jeweils mehrere
Minuten unten, wodurch sich die Fahrzeuge bis weit ins Städtli zurückstauen», sagen sie. Während der Sanierungsarbeiten im August wurde der Verkehr zeitweise über den Bahnhof umgeleitet. Mehrere Gewerbetreibende beobachteten damals, dass die Staus im Zentrum praktisch verschwanden.
Auch die Gemeinde Uznach stellte während der vier Tage dauernden Umleitung eine Entlastung im Bereich der Ochsenkreuzung und des Städtlis fest. Gleichzeitig seien die Gaster- und Rickenstrasse weniger stark belastet gewesen. Allerdings habe sich der Verkehr dafür ins Bahnhofsgebiet verlagert. Dort seien auf der Bahnhof- und Letzistrasse deutlich mehr Fahrzeuge unterwegs gewesen. Verkehrszählungen oder weitere Daten wurden laut Gemeinde während dieser Zeit nicht erhoben. Gemeindepräsident Diego Forrer betont, dass die Reduktion des Durchgangsverkehrs im Zentrum grundsätzlich im Interesse der Gemeinde liege. Dabei müsse jedoch das gesamte Siedlungsgebiet betrachtet werden. «Eine Verlagerung des Verkehrs kann nicht ohne Weiteres umgesetzt werden, da die betroffenen Strassen dem Kanton gehören und ein entsprechendes Bewilligungsverfahren erforderlich ist», so Forrer. Ausserdem sei unklar, ob die Anwohnenden in den künftig stärker belasteten Gebieten einer solchen Lösung zustimmen würden. Die Verkehrskommission Uznach hat inzwischen einen Budgetbetrag für das Jahr 2027 beantragt, damit eine Variante mit Einbahnregime vertieft geprüft werden könne. Bereits heute wurden entsprechende Anliegen informell beim kantonalen Tiefbauamt eingebracht.
Das kantonale Tiefbauamt weist darauf hin, dass die Umleitung während der Bauarbeiten nur dank eines zusätzlichen Verkehrsdienstes funktioniert habe. Bei geschlossener Barriere habe sich der Rückstau nicht aufgelöst, sondern lediglich vom Städtli ins Bahnhofsgebiet verlagert. Der Verkehrsdienst habe dabei den Verkehrsfluss geregelt und dem öffentlichen Verkehr die nötige Priorität eingeräumt. Für eine dauerhafte Lösung wären laut Kanton vertiefte Abklärungen notwendig. Täglich fahren nach Angaben des Kantons mehr als 16'000 Fahrzeuge durch das Uzner Städtli. Das hohe Verkehrsaufkommen führt regelmässig zu Staus und belastet die Bevölkerung durch Lärm und Abgase. Um den Ortskern zu entlasten, hatte das Tiefbauamt das Genehmigungsprojekt «Regionale Verbindungsstrasse A15-Gaster» ausgearbeitet. Das Projekt wurde jedoch von der Uzner Stimmbevölkerung im November 2024 abgelehnt. Die Projektierung wurde anschliessend eingestellt. Derzeit sind auf kantonaler Ebene keine weiteren Entlastungsmassnahmen für das Städtli geplant. Die Verantwortung für mögliche nächste Schritte liegt momentan bei der politischen Gemeinde Uznach. Diese betont, dass die meisten Stausituationen in Uznach mit den Schliessungen des Bahnüberganges festzustellen seien. «Und man muss sich bewusst sein, dass durch allfällige Massnahmen kein einziges Auto weniger durch Uznach fährt», erklärt Forrer.
Shannon Senn
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