Pascal Bruni
freut sich als Präsident des Vereins Zentrum Wattwil auf die Einkaufsnacht.
Das Toggenburger Orchester wagt mit den Jodelklubs Ebnat-Kappel und Teufen ein ungewöhnliches Konzertprojekt. Bei «Jodelphonie» verschmelzen rund 40 Jodelstimmen, 50 Orchestermusiker sowie Alphorn und Hackbrett zu einem seltenen Klangerlebnis.
Region In der katholischen Kirche Wattwil werden am 29. und 30. August jeweils um 17 Uhr Klänge zu hören sein, die man so nur selten erlebt. Unter dem Titel «Jodelphonie» bringt das Toggenburger Orchester zwei Jodelklubs, die Alphornistin Lisa Stoll und den Hackbrettspieler Hansueli Hersche zusammen. Der Eintritt zu den Konzerten ist frei, es wird eine Kollekte erhoben. Die Idee zu diesem besonderen Projekt stammt von Dirigent Ernst Hüberli. In seiner rund 50-jährigen Tätigkeit habe er schon viele Konzerte mit Orchestern geleitet, jedoch noch nie gemeinsam mit einem Jodelchor. «Es war immer ein heimlicher Wunsch von mir», sagt er. Dieser geht nun in Erfüllung. Gerade diese Verbindung macht das Projekt für Hüberli besonders reizvoll, aber auch anspruchsvoll. Auf der einen Seite steht das Sinfonieorchester mit klassischer Musik und klaren Strukturen, auf der anderen die Jodelklubs, die traditionell ohne Noten singen und rhythmisch freier unterwegs sind. «Es treffen zwei musikalische Philosophien aufeinander», erklärt der Dirigent. Seine Aufgabe sei es, diese unterschiedlichen Ansätze zusammenzuführen. Das Publikum darf sich auf einen aussergewöhnlichen Klang freuen: Rund 40 Jodelstimmen verschmelzen mit etwa 50 Instrumentalisten zu einem farbenreichen Gesamtklang. Solche Kombinationen seien im Konzertbetrieb selten zu hören.
Zwischen Alphorn und Hackbrett
Für Lisa Stoll ist es nicht das erste gemeinsame Projekt mit dem Toggenburger Orchester. Sie hat die frühere Zusammenarbeit in bester Erinnerung. «Mit Ernst zu arbeiten ist immer lässig», sagt sie. «Deshalb habe ich sofort zugesagt.» Das Spiel mit einem Sinfonieorchester unterscheide sich deutlich von einem traditionellen Volksmusikauftritt. «Der Klang ist ein anderer, man muss sich an die vielen Musiker und das Zusammenspiel gewöhnen», erklärt die Alphornistin. Gerade dieser Wechsel zwischen Klassik und Volksmusik mache für sie den besonderen Reiz aus. Hansueli Hersche übernimmt gleich mehrere Aufgaben. Er hat die beiden Jodelklubs vorbereitet, wird bei einigen Titeln mitsingen und bei zwei Stücken Hackbrett spielen. Die eigentliche Leitung der Aufführung liegt jedoch bei Ernst Hüberli, sodass Hersche sich bei den Konzerten auf seine musikalischen Einsätze konzentrieren kann. Die grösste Herausforderung sieht er weniger in der Vorbereitung als im gemeinsamen Musizieren an sich. «Im Chor sind wir normalerweise freier und weniger streng im Takt. Mit dem Orchester müssen wir rhythmisch präziser bleiben und uns anpassen», sagt er. Die Sängerinnen und Sänger hätten auf die ungewöhnliche Veränderung jedoch durchwegs positiv reagiert. Auch das Hackbrettspiel verlangt Anpassungen. Noch nie habe er mit einem so grossen Orchester musiziert. «Ich muss lauter und weniger fein spielen als sonst, damit man mich überhaupt hört», erklärt Hersche.
Konzentrierte Proben
Wie viel Koordination hinter dem Projekt steckt, zeigte sich bei der ersten gemeinsamen Probe in Wattwil am 12. August. zuvor hatten Orchester und Chöre getrennt gearbeitet. Ab 18.45 Uhr trafen die Musikerinnen und Musiker nach und nach ein, begrüssten sich und stimmten ihre Instrumente. Um 19 Uhr probte zunächst das Orchester zusammen mit Lisa Stoll und Hansueli Hersche, ab 20 Uhr stiessen die beiden Jodelchöre dazu. Nach dem Einstimmen bat Ernst Hüberli um Ruhe und begrüsste alle Beteiligten. Er betonte, wie wichtig die wenigen gemeinsamen Proben seien, da hier viele neue Gesichter und unterschiedliche musikalische Traditionen zusammenkämen. Die katholische Kirche bietet Platz für maximal 450 Personen. Weil bei «Jodelphonie» zwei verschiedene Musikwelten aufeinandertreffen, rechnen die Verantwortlichen mit einem besonders grossen Publikumsinteresse.
shs
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