Peter Lenz
aus Uznach weiss als Pilzkontrolleur, worauf man beim Pilzesammeln achten sollte.
Vom 29. bis 31. August wird der Flugplatz in Mollis zum Zentrum des Schwingsports: Das Esaf 2025 steht bevor. Der Grossanlass, der nur alle drei Jahre über die Bühne geht, begeistert Athleten, Kampfrichter und Fans gleichermassen. Auch Ivo Zwingli, Kampfrichter, und Manuel Weber, potenzieller Teilnehmer am diesjährigen Esaf, sind bereits voller Vorfreude.
Region Für Ivo Zwingli ist der Schwingsport ein willkommener Ausgleich zum Berufsleben. Der 48-Jährige führt die Zwingli Agro Bau GmbH in Kaltbrunn und geniesst die Abwechslung, die ihm der traditionelle Sport bietet. Zudem ist es für Zwingli eine Ehre, am Esaf mitzuwirken. «Ich kann dem Schwingsport, dem ich viel zu verdanken habe, etwas zurückgeben», sagt er. Gleichzeitig bedeute es aber auch viel Verantwortung: «Ich entscheide über Resultate wie Sieg, Niederlage, Gestellter sowie auch deren Notengebung.» Zur Vorbereitung darauf, auch mit über 15 Jahren Kampfrichtererfahrung, besucht er Weiterbildungen und beobachtet an Schwingfesten die Athleten. «So lerne ich die Eigenschaften der Schwinger kennen und kann als Kampfrichter besser einschätzen, wie sie im Sägemehlring handeln.» Dabei hilft ihm seine eigene Erfahrung als ehemaliger Schwinger. «Das macht es einfacher, mich in die Schwinger hineinzuversetzen», sagt Zwingli.
Zwingli ist sich bewusst, dass seine Entscheidungen öffentlich diskutiert werden – besonders dann, wenn sie umstritten sind oder gar falsch ausfallen könnten. Aus diesem Grund legt er grossen Wert auf Transparenz: «Ich versuche immer, meine Entscheidungen mit Handzeichen so klar wie möglich zu kommunizieren, um Missverständnisse zu vermeiden.» Trotzdem kommt es manchmal vor, dass eine Welle von negativen Reaktionen einschlägt. «Darauf kann man sich nicht vorbereiten», sagt Zwingli ehrlich. «Aber man muss lernen, damit umzugehen.» Trotz solcher Herausforderungen überwiegt bei ihm die Vorfreude. «Am Esaf herrscht jedes Mal aufs Neue eine einmalige Atmosphäre. Schon wenn der Tag frühmorgens um halb acht beginnt, habe ich Gänsehaut, gepaart mit gesundem Nervenkitzel und einer gewissen Lockerheit», erzählt er. Die konstante Anspannung, die sich über das gesamte Fest hinweg zieht, sei unvergleichlich.
Manuel Weber hingegen kann noch nicht mit Sicherheit sagen, ob er am Esaf teilnehmen wird. Der 22-Jährige aus Pfäffikon (ZH) schwingt im Schwingerverband Rapperswil und Umgebung und hat in diesem Jahr erstmals eine Chance, nominiert zu werden. Die offizielle Selektion steht jedoch noch aus. «Ich bin sehr gespannt, ob sie mich auswählen», sagt Weber. Zu Beginn seiner Laufbahn hätte er nicht einmal gewagt, davon zu träumen. «Es dauerte vier Jahre, bis ich einen Kranz gewonnen habe.» Ans Aufgeben habe er aber nie gedacht – und wurde belohnt. Nach dem ersten Kranz im Jahr 2021 folgten in diesem Jahr noch zwei weitere. Besonders der erste bleibt für Weber unvergessen: «Zuerst habe ich es gar nicht realisiert», erinnert er sich, «aber als es mir bewusst wurde, war es ein unbeschreibliches Gefühl.»
Die Motivation, es ans Eidgenössische zu schaffen, ist gross. Weber trainiert viel: zwei- bis dreimal pro Woche Schwingen, dazu Krafttraining und Ringen. Neben seinem Beruf als Zimmermann bleibt dementsprechend nicht viel Freizeit. Für Weber sei das Training aber keine verlorene Zeit. «Es ist meine Leidenschaft, bringt Abwechslung und für den Kopf ist es sogar Erholung», schwärmt er. Sein Ziel formuliert Weber bescheiden, aber dennoch entschlossen: Er will so gut wie möglich schwingen und dabei wertvolle Erfahrungen sammeln. «Solange ich mein Bestes gebe, kann ich mir nichts vorwerfen», meint Weber, «ob es nun fürs Esaf reicht oder nicht.» Deshalb rät er auch anderen Schwingern, die genau wie er, vom Esaf träumen: «Bleibt dran und gebt keinesfalls auf, auch wenn es mal nicht läuft.» Genauso wichtig sei es jedoch, auf den eigenen Körper zu hören. Schmerzen zu ignorieren könne zu ernsthaften Verletzungen führen. Ebenso bedeutsam wie Training und Gesundheit ist für Weber die Kameradschaft. «Freunde wie beim Schwingen findet ihr nicht so schnell wieder.»
Für Ivo Zwingli und Manuel Weber ist Schwingen weit mehr als nur ein Hobby. Entsprechend gross ist für beide die Bedeutung des Esaf: ein Fest, das Begegnungen mit Gleichgesinnten ermöglicht und Raum bietet, ihre Leidenschaft mit anderen zu teilen. Beide blicken dem Esaf mit Spannung entgegen. Ivo Zwingli als erfahrener Kampfrichter, Manuel Weber in der Hoffnung auf seine erste Teilnahme. Was sie verbindet, ist die gemeinsame Vorfreude auf ein Ereignis, das den Schwingsport zelebriert und unvergessliche Erlebnisse verspricht. ⋌shs
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