Pascal Bruni
freut sich als Präsident des Vereins Zentrum Wattwil auf die Einkaufsnacht.
Kaum in einer Küche wird Regionalität so gelebt wie bei Florian Louis im «Gasthaus zur Mauer». So wächst selbst das Gemüse nur wenige hundert Meter vom Restaurant in Neu St.Johann entfernt. Ein auf den ersten Blick unscheinbares, aber besonderes Highlight sind die Kartoffeln. Diese werden von der Nesslauer Bauernfamilie Lieberherr angebaut.
Toggenburg Kartoffeln im Toggenburg anzubauen, braucht Mut, Erfahrung und wohl auch ein bisschen Glück – und natürlich eine Kundschaft, welche die Vorzüge zu schätzen weiss. Genau da haben sich die Richtigen gefunden: die fünfköpfige Bauernfamilie Lieberherr als Produzenten und Koch Florian Louis als Abnehmer und Tüftler in der
Küche. Seit rund zehn Jahren setzen Michael und Andrea Lieberherr neben weiteren Innovationen auf den Kartoffelanbau. Und in dieser Saison bauen sie eigens für das Gasthaus zur Mauer jene Kartoffelsorte an, die für Florian die perfekte Pommes-Kartoffel ist.
Kartoffelfeld zwischen Churfirsten und Säntis
Trotz der hügeligen Landschaft des Toggenburgs befindet sich der Kern des Betriebs der Familie Lieberherr auf dem Talboden, eingebettet in den Lauf der Thur. Gute Voraussetzungen also, um die Flächen für den Kartoffelanbau zu nutzen – wenn man den nötigen Mut und Durchhaltewillen mitbringt. 2016 starteten Andrea und Michael mit dem ersten Versuch. Über die Jahre tasteten sie sich an die passenden Sorten und den richtigen Anbau heran. Denn wie so oft in der Landwirtschaft kommt es auf ganz viele Faktoren an. Nicht nur das Wetter beschäftigt die beiden, sondern vor allem auch der Kartoffelkäfer. Da müssen sich Andrea und Michael immer wieder etwas einfallen lassen und schnell auf neue Gegebenheiten reagieren. Denn der kleine Schädling ist erstaunlich anpassungsfähig. Gleichzeitig möchten sie möglichst auf das Spritzen von Pflanzenschutzmitteln verzichten.
Immer auf der Suche nach dem perfekten, lokalen Produkt
Bei Florian Louis in der Küche merkt man schnell, dass hier jemand mit viel Leidenschaft, Kreativität und Einfallsreichtum hinter dem Herd steht. Typische Toggenburger Produkte setzt er auf überraschende Art ein und verbindet sie mit Einflüssen aus anderen Kulturen. So entstehen aus heimischen Zutaten immer wieder völlig neue Gerichte. Dabei ist ihm besonders wichtig: Die Produkte sollen, wenn immer möglich, aus der Region oder sogar direkt aus dem Dorf kommen. Ob Mehl, Gemüse, Getreide oder Fleisch. Auch vor einem zunächst unscheinbaren Grundprodukt wie der Kartoffel macht Florian nicht halt. Für die perfekten Pommes probierte er zuerst zahlreiche Sorten aus und wurde schliesslich fündig. Mit der Familie Lieberherr fand er einen Partner, der genau diese Kartoffel für ihn anbaut.
Die Toggenburger Kartoffel ist mehr als nur Beilage
Der Aufwand hat sich gelohnt: Heute serviert Florian wohl einige der lokalsten Pommes überhaupt – mit dem gewünschten Knack und dem perfekten Mundgefühl. Als kreativer Koch sind ihm Pommes allein aber natürlich nicht genug. Aus den Kartoffeln stellt er auch Chips her, die er seinen Gästen vor dem Essen serviert. Und sogar hausgemachte Momos entstehen aus den Toggenburger Knollen. Die Kartoffeln findet man nicht nur auf
der Speisekarte des «Gasthauses zur Mauer», sondern auch im Hofladen der Familie Lieberherr im Au-Bühl in Nesslau.
pd
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