Pascal Bruni
freut sich als Präsident des Vereins Zentrum Wattwil auf die Einkaufsnacht.
Über fünf Jahrzehnte prägte Andreas Kleindienst das künstlerische Leben in und rund um Lichtensteig. Aus seinem Nachlass wurde der Gemeinde Lichtensteig eine von ihm geschaffene Skulptur als Vermächtnis überlassen. Sie erhält im Kirchenpärkli bei der katholischen Kirche einen dauerhaften Platz.
Lichtensteig Andreas Kleindienst wurde am 23. April 1948 in Basel geboren und wuchs als zweites von vier Kindern auf. Schon früh zog es ihn zur Kunst. Nach einer vierjährigen Ausbildung zum Bildhauer führte ihn die intensive Suche nach einem eigenen Lebens- und Arbeitsort 1971 nach Lichtensteig. Hier fand er mit seiner Familie ein Haus und den Raum, den er für sein künstlerisches Schaffen suchte. Er baute eine Töpferei auf, schuf Reliefs und
gestaltete mit Holz und Stein Skulpturen. 1984 übernahm Andreas Kleindienst ein Bildhauergeschäft in Ebnat-Kappel. Die Arbeit mit Stein war für ihn weit mehr als ein Handwerk. Sein Anspruch war es, die Schwere des Materials aufzulösen und Leben, Kraft, Schwung und Ruhe miteinander zu verbinden. Seine Arbeiten zeugen von einer ausgeprägten Schöpferkraft und einer besonderen Empfänglichkeit für Formen, Farben, Muster und die
Natur. Auch ungewöhnliche Ideen gehörten zu seinem Schaffen. Dabei beschränkte sich seine Kreativität nicht auf die Bildhauerei. Klang und Musik waren für Kleindienst ebenfalls wichtige Themen. Er komponierte eigene Lieder für die Gitarre und setzte sich intensiv mit Instrumenten und Klang auseinander. Gemeinsam mit Doris Roduner, Geigen- und Instrumentenbauerin, entwickelte er verschiedene Saiteninstrumente. Später brachte er
seine Erfahrungen beim Aufbau der Klang-Werkstatt in der ehemaligen Thuroplast-Fabrik ein. Auch das gemeinschaftliche Schaffen war ihm wichtig. 1994 und 1996 organisierte er in Lichtensteig Künstlertreffen, bei denen Kunstschaffende im Städtli arbeiteten und der Austausch mit der Bevölkerung einen wichtigen Stellenwert hatte. Damit verband er Kunst mit Begegnung und öffentlichem Raum – ein Gedanke, der auch mit der neuen Skulptur im Kirchenpärkli weitergetragen wird. Andreas Kleindienst war Vater von fünf Kindern. In den letzten Jahren zog er sich zunehmend zurück. Ende Juli 2025 verstarb er im Alter von 77 Jahren in dem Haus an der Burg 25, in dem er über Jahrzehnte gelebt und gewirkt hatte.
pd
Lade Fotos..