Werner Rüegg
ist seit 1978 Mitglied des Schützenvereins Walde–St.Gallenkappel.
Im Seniorenzentrum Solino in Bütschwil herrschte reger Betrieb. Die Scherenschnitt-Künstlerin Jolanda Brändle kam zu Besuch, um Portraits von den Seniorinnen und Senioren zu schneiden. Dies sorgte für grosse Freude, sowohl bei den Bewohnenden als auch bei den Mitarbeitenden.
Bütschwil Regelmässig hat das Solino Programm, um den Bewohnerinnen und Bewohnern Abwechslung zu bieten. An einem Mittwochnachmittag besuchte Jolanda Brändle das Seniorenzentrum in Bütschwil. Sie besitzt einen Laden in Mosnang, wo sie ihre Kunstwerke verkauft und diverse Dienstleistungen anbietet – so beispielsweise das Portrait-Schneiden. Alle schauten fasziniert zu, als Brändle sich im Bistro hinsetzte und anfing, die ersten Scherenschnitte zu fertigen. «Erstaunlich, wie schnell das geht», sagte Barbara Jäger, Leiterin Aktivierung der Einrichtung, die den Anlass begleitete, «für ein Portrait braucht sie nicht mehr als fünf Minuten.» Auch manche Gäste, die sich im Bistro auf einen Kaffee trafen, unterbrachen ihre Gespräche und verfolgten gebannt das Geschehen. Diejenigen, die ihr eigenes Portrait erhielten, zeigten es stolz den anderen. «Mir sagen alle, dass es schön aussehe», erzählte die Bewohnerin Stephanie Petrelli. «Wahrscheinlich schöner, als ich wirklich bin», fügte sie selbstkritisch hinzu. Sie sei durch Zufall an den Anlass gekommen, weil sie einen Kaffee trinken wollte. «Ich dachte mir: Mal schauen, was da rauskommt. Aber jetzt im Nachhinein bin ich sehr zufrieden mit meinem Scherenschnitt.» Auch Rita Stillhart, die ebenfalls im Seniorenzentrum lebt, ist begeistert von ihrem Portrait. «Es zeigt einen so, wie man ist.» Die vielfältigen Angebote des Solino bedeuten den Bewohnenden viel. Petrelli geht am liebsten an die Stricknachmittage und ins Turnen. «Dann habe ich Bewegung, das ist im Alter wichtig», betonte sie. Bei anderen Aktivitäten sei sie stets neugierig. «Ich gehe mal hin, und schaue, ob es mir gefällt.»
Stillhart hingegen bevorzugt es eher, in Ruhe Kreuzworträtsel zu lösen. «Wenn aber Lotto gespielt wird, bin ich fast immer dabei», fügte sie hinzu. Barbara Jäger freute sich über die positiven Reaktionen. Aus diesem Grund organisieren sie regelmässig Veranstaltungen. «Die Menschen hier geniessen es», erklärte sie. «Es läuft etwas, sie können sich selbst betätigen und haben ein Erlebnis, von dem sie nachher erzählen können.»
Für die nächste Zeit gibt es bereits neue Pläne. Sobald das Wetter wieder stimmt, wird der Anlass «Barfussweg und Sommerdrink» durchgeführt. «Wir haben draussen einen Barfussweg», sagte Jäger. Den möchten sie mit den Seniorinnen und Senioren gehen. «Im Anschluss gibt es ein Fussbad, Sommerdrinks und Fruchtspiesse.» Die Vorfreude auf Kommendes ist gross. Doch an diesem Nachmittag drehte sich alles ums Portrait-Schneiden – ein besonderes Ereignis, das mit einem persönlichen Andenken in Erinnerung bleibt. ⋌shs
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