Peter Lenz
aus Uznach weiss als Pilzkontrolleur, worauf man beim Pilzesammeln achten sollte.
Vom 2. bis 27. Juli wurde die Fussball-Europameisterschaft der Frauen ausgetragen – erstmals in der Schweiz. Für viele ein Highlight, insbesondere für Schweizer Fussballerinnen wie Eva Bachmann vom FC St.Gallen. Sie erzählt von ihrer Laufbahn, ihren Anfängen im Toggenburg und ihren Eindrücken von der Europameisterschaft.
Eva Bachmann, Sie sind seit dem Juli 2021 beim FC St.Gallen. Wie kam es zur Rückkehr und was schätzen Sie besonders an diesem Verein?
Ich war bereits von 2012 bis 2014 beim FC St. Gallen. Schon damals bedeutete das für mich ein Stück Heimat. Ich bin im Toggenburg geboren und in Trogen zur Schule gegangen. Dadurch sind viele Freundschaften in der Umgebung entstanden. 2021 spielte ich bei YB und musste mich entscheiden: Bleibe ich dort, höre ich ganz auf mit dem Fussball oder wechsle ich wieder in die Heimat? Die Aussicht, näher bei meiner Familie und meinen Freunden zu sein, machte mir die Wahl leicht. Und so bin ich wieder zurückgekommen.
Und was sind Ihre grössten persönlichen Erfolge im FC St.Gallen?
Zum einen sicher das Cupfinal 2023. Auch wenn wir nicht gewonnen haben, war es ein grosses Ereignis für uns alle. Noch eindrücklicher in Erinnerung geblieben ist mir aber das Halbfinale davor: Wir spielten im Kybunpark in St.Gallen. In der letzten Minute bekamen wir einen Penalty – und ich durfte schiessen. Ich habe getroffen und wir gewannen. Das war für mich persönlich ein emotionales Highlight. Insgesamt ist es besonders schön, zu sehen, wie sich der Frauenfussball immer weiterentwickelt und wie tief der FC St.Gallen in der Ostschweiz verankert ist.
Entdeckt wurden Sie aber während einem Grümpelturnier vom FC Wattwil.
Genau, ich kann mich aber nicht mehr wirklich an den Moment erinnern. Ich weiss nur aus Erzählungen, dass die damalige Trainerin des Vereins auf meine Mutter zuging. Für mich war das einfach eine Zeit, in der ich mit grosser Freude Fussball gespielt habe. Es hat mir unglaublich viel Spass gemacht.
Ihre Anfänge haben Sie im FC Wattwil und im FC Ebnat-Kappel gemacht. Wie wichtig sind Ihnen diese regionalen Vereine?
Sie sind mir sehr wichtig, ich fühle mich immer noch mit ihnen verbunden. Wenn ich Zeit habe, gehe ich noch heute vorbei und schaue mir Spiele an. Beim FC Wattwil habe ich meine ersten Erfahrungen gesammelt und viele Freundschaften geschlossen. Dort hat für mich alles begonnen. Dem FC Ebnat-Kappel bin ich besonders dankbar dafür, dass er Mädchen die Möglichkeit gibt, Fussball zu spielen und ihre ersten Schritte in einem Verein zu machen. Diese Unterstützung in der Region ist für den Frauenfussball enorm wichtig.
Können Sie sich vorstellen, nach Ihrer aktiven Karriere als Trainerin im Toggenburg tätig zu sein?
Trainerdiplome habe ich gemacht, also schliesse ich nichts aus. Momentan bin ich aber noch zu sehr Spielerin, um das zu entscheiden. Ich bleibe dem Fussball sicherlich erhalten. In welcher Funktion und wo genau, weiss ich noch nicht.
Die Fussball-Europameisterschaft der Frauen fand dieses Jahr in der Schweiz statt. Was bedeutet das für Sie?
Unglaublich viel. Es ist ein riesiges Highlight – für die Schweiz, und für uns Fussballerinnen sowieso. Ich habe gehofft, dass dadurch mehr Menschen dem Frauenfussball näherkommen. Aber ich hätte niemals erwartet, dass es in diesem Ausmass geschieht. Das Feedback ist überwältigend: Die Stimmung in den Stadien war mitreissend, die Menschen unterhielten sich am Arbeitsplatz über die Spiele und kannten sogar die Namen der Fussballerinnen. Wenn ich nur darüber spreche, bekomme ich schon Gänsehaut. Ich wünsche mir sehr, dass dieses grosse Interesse am Frauenfussball auch weiterhin anhält, jetzt wo die Europameisterschaft vorbei ist.
Und was halten Sie vom Verlauf des Turniers? Gab es Überraschungen?
Ich finde es grossartig, dass es die Schweizerinnen bis ins Viertelfinale geschafft haben. Da sie dort auf Spanien trafen, waren die Erwartungen nicht allzu gross. Umso schöner war es, das Abenteuer einfach noch eine Woche länger geniessen zu können. Allgemein verlief vieles so wie erwartet. Die Favoritinnen sind ihrer Rolle gerecht geworden und es gab interessante und hochklassige Spiele.
Welcher Mannschaft haben Sie die Daumen gedrückt?
England. Wir haben im letzten Jahr gegen Bayern München gespielt, und ich durfte mein Trikot mit Georgia Stanway tauschen, die in der englischen Nationalmannschaft spielt. Ihre Spielweise beeindruckt mich sehr und ich gönne England den Sieg.
2022 und 2023 hatten Sie selbst Einsätze in der Schweizer Nationalmannschaft. Was war das für ein Gefühl?
Das war eine unglaubliche Erfahrung. Vor allem, weil es nie mein Ziel war. Ich habe immer aus Freude Fussball gespielt. Umso schöner war es dann, mit meinem Namen und dem Schweizerkreuz auf dem Rücken auf dem Platz stehen zu dürfen und die Nationalhymne zu singen. Ausserdem war es toll, meine Eltern stolz zu machen. All die Jahre, in denen sie mich zu Trainings und Spielen gefahren haben, haben sich gelohnt. ⋌shs
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