Anna-Catrina Walt
übernimmt neu das Präsidentenamt des Sportvereins Wildhaus - Alt St.Johann.
Verlassene Hunde, die zwischen Müllbergen nach Futter suchen, verletzt und ohne medizinische Versorgung. Welpen, die den nächsten Tag vielleicht nicht erleben. Die Situation der Strassenhundein Bosnien ist dramatisch und sie lässt niemanden kalt, der einmal selbst vor Ort war. Auch nicht Myriam Holenstein.
Region Die Präsidentin des Tierschutzvereins Tierdörfli Schweiz Bosnien war bereits mehrmals vor Ort. Die Zustände, die sie dort erlebte, haben die Toggenburgerin tief geprägt. «Diese Bilder gehen mir nie mehr aus dem Kopf», sagt sie. Hunde, die leiden, absichtlich gequält oder angeschossen und verwundet werden, und wehrlos auf den Strassen liegen. Für Holenstein war klar: Wegsehen ist keine Option. Hilfe muss dort ansetzen, wo das Leid entsteht, und zwar direkt vor Ort. Gemeinsam mit einer Handvoll engagierter Freundinnen gründete sie den Verein. Aus Mitgefühl wurde eine konkrete Vision: Auf vier Hektaren Land soll in Bosnien ein sicherer Lebensraum für Strassenhunde entstehen. Kein klassisches Tierheim, sondern ein Ort, an dem die Vierbeiner in Rudeln frei leben dürfen – geschützt, versorgt und fernab von Hunger und Gewalt.
Bereits heute werden die Hunde vor Ort von der bosnischen Tierschützerin Neira Topic und ihrer Familie betreut. Tag für Tag versorgen sie die Tiere mit Futter, kümmern sich um Verletzte und schenken Nähe dort, wo sonst niemand hinschaut. Myriam Holenstein und Neira Topic sind zwei Frauen aus unterschiedlichen Ländern, verbunden durch ein gemeinsames Herz für Hunde und den unbedingten Willen, ihr Leid zu lindern. Das Projekt setzt bewusst auf Nachhaltigkeit. Neben täglicher Versorgung sind Kastrationsprojekte, medizinische Betreuung und verlässliche Futterquellen zentrale Bestandteile. Ziel ist nicht nur die Rettung einzelner Tiere, sondern eine langfristige Verbesserung der gesamten Situation.
Myriam Holenstein lebt ihre Überzeugung auch in der Schweiz inGanterschwil. Sie führt einen Lebenshof mit rund 30 Tieren, die aus Notsituationen stammen und bei ihr ein dauerhaftes Zuhause gefunden haben. «Ich würde mein Leben für sie geben», sagt sie und meint es genauso. Neben ihrem Engagement betreibt Holenstein eine Hundephysio-therapie- und Tierheilpraxis mit Schwerpunkt Ernährung. Doch im Zentrum ihres Einsatzes steht nicht Fachwissen, sondern Herz, Präsenz und echte Fürsorge: «Unser gemeinsames Ziel ist es, den Hunden vor Ort ein schönes Leben zu ermöglichen.» Das Tierdörfli Schweiz Bosnien steht noch am Anfang. Doch die Vision ist klar: Leid lindern, Verantwortung übernehmen und Hoffnung schenken auf vier Hektaren Land,die für viele Vierbeiner den Unterschied zwischen Tod und Leben bedeuten.
Der Verein bittet um Unterstützung, damit er vor Ort helfen kann. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.dastierdorf.ch oder im Web auf Instagram: @tierdorf_schweiz_bosnien. Mit einer Spende auf das Spendenkonto CH52 8080 8003 2317 2275 4 kann man den Verein unterstützen. Der gespendete Betrag fliesst vollständig in die Hilfsprojekte.
⋌pd
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