Werner Rüegg
ist seit 1978 Mitglied des Schützenvereins Walde–St.Gallenkappel.
Joe Fritschi (r.) wird nach 45 Jahren im Betrieb pensioniert und übergibt seine Aufgabe als Betriebsleiter an Patrik von Aarburg.
Nach 45 Jahren bei der Elektrizitätsversorgung Kaltbrunn, davon über 14 Jahre als Betriebsleiter, verabschiedet sich Joe Fritschi Ende Juli in den Ruhestand. Anfang Juni hat er die Leitung offiziell übergeben.
Kaltbrunn Sein Arbeitsalltag bei der EVK in den frühen 80er-Jahren war anders als heute, inklusive analoger Büro-Technik und manueller Zählerablesung Doch trotz der rasanten technologischen Entwicklungen blieb eines konstant: Seine Begeisterung für den «Stromer»-Beruf. Vom Monteur über den Abteilungsleiter bis zum Betriebsleiter führte ihn sein Weg, geprägt von Verlässlichkeit, Fachwissen und Bodenhaftung. Fritschi verstand sich als Teil eines gut funktionierenden Teams. Sein Credo: gemeinsam ziehen, nicht einsam führen. Auch im Dialog mit dem Verwaltungsrat sowie der Politischen Gemeinde Kaltbrunn pflegte er Vertrauen und Respekt. Für ihn war klar: Technik allein reicht nicht – es braucht Menschen, die zusammen in die gleiche Richtung gehen.
Die letzten Jahre brachten viele Herausforderungen: Solarboom, Smartmeter, neue Gesetze, wachsende Netzkomplexität. Fritschi begegnete dem Wandel mit klarem Kopf und offener Kommunikation – auch im Spannungsfeld zwischen Politik und Kundschaft. Sein Wirken zeigte sich an vielen Orten: bei Bauprojekten, der Einführung von Glasfaser, dem Smartmeter-Rollout. Besonders am Herzen lag ihm die Ausbildung junger Menschen. Den Weg der Lernenden mitzuerleben, vom «Grünschnabel» bis zum Berufsfachmann, war für ihn eine der schönsten Seiten seines Jobs. Zudem blickte er immer wieder gerne über den Tellerrand hinaus, mit Augenmerk auf den Austausch und Wissenstransfer mit anderen regionalen Energieversorgern.
Die EVK verlässt er gut aufgestellt. Die Strukturen sind gefestigt, das Team eingespielt, Digitalisierungsprojekte laufen. «Das Haus ist nicht fertig, aber solide gebaut», sagt er – und übergibt an einen Nachfolger, der frischen Wind mitbringt. Patrik von Aarburg kennt die EVK, war er als waschechter Kaltbrunner doch bereits früher zehn Jahre im Betrieb. Er ist ein erfahrener Elektroinstallateur mit Meisterprüfung und bringt einen gefüllten Rucksack an Fachwissen, Führungserfahrung und Verständnis für den «kunterbunten Laden» mit - wie Fritschi die EVK nennt. Zuletzt war er Betriebsleiter beim EW Quarten. Für seinen Ruhestand hat Joe Fritschi noch keine festen Pläne, aber er freut sich auf mehr Zeit für die Familie, den Sport und das bewusste Durchatmen ohne Verpflichtungen. ⋌pd
Lade Fotos..