Tessa Güssow
schliesst die Matura an der Kanti Wattwil als Jahrgangsbeste ab.
Aktuell findet im Wallis die Mountainbike-Weltmeisterschaft statt. In verschiedenen Disziplinen messen sich Fahrerinnen und Fahrer aus aller Welt, um sich einen Platz an der Spitze zu sichern. Mit am Start ist auch Dario Lillo aus Eschenbach. Der 23-Jährige nahm am vergangenen Samstag am Cross-Country Marathon teil.
Eschenbach Die Mountainbike-Weltmeisterschaft läuft noch bis Sonntag und ist bereits in vollem Gange. Letzten Samstag fuhr Dario Lillo am Cross-Country Marathon in Verbier mit. Ursprünglich hatte er auf eine Teilnahme am Hauptrennen, dem Cross-Country Olympic, gehofft, konnte sich jedoch nicht dafür qualifizieren. «Zuerst war die Enttäuschung gross», sagt Lillo, «aber dann habe ich mir vorgenommen, das Beste aus der Situation zu machen.» Kurzerhand meldete er sich für den Marathon an und sah darin die Chance, wertvolle Erfahrungen für kommende Rennen zu sammeln – unabhängig vom Resultat. Bas Rennen fuhr Lillo mit der Intention, etwas riskieren zu wollen: «Ich fühlte mich gut und fuhr an der Spitze mit.» Dies gelang ihm bis zum letzten Aufstieg. Dann war er am Ende seiner Kräfte und erreichte schlussendlich den 27. Platz. «Ich bin aber zufrieden mit meinem Versuch», fasst Lillo zusammen, «und ich würde es jederzeit wieder so machen.»
Lillo konnte in seiner Karriere schon einige Erfolge feiern: Der Vize-Weltmeistertitel in der U23 Kategorie im vergangenen Jahr gehört zu seinen Highlights. Zudem erzielte er in seinem ersten Jahr in der Elite Kategorie schon eine Top 5 Platzierung im Weltcup. Doch nicht immer lief alles nach Plan. Rückblickend spricht Lillo offen über schwierige Momente – etwa seine erste Heimweltmeisterschaft 2020 in Dübendorf. «Ich war hochmotiviert und hatte mir aufgrund guter Resultate im Vorfeld einiges ausgerechnet», erinnert er sich. Doch im Rennen konnte er die Erwartungen nicht erfüllen. «Es ist mir nicht gelungen, vorne mitzufahren und in der letzten Abfahrt bin ich sogar gestürzt.» Ein bitterer Moment, wie er zugibt: «Das war eine grosse Enttäuschung.» Umso mehr weiss Lillo die positiven Erlebnisse zu schätzen. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm sein erster U23-Weltcupsieg auf der Lenzerheide. «Im eigenen Land zu gewinnen, war etwas ganz Besonderes. Die Atmosphäre war unglaublich – ich hatte schon während des Rennens Gänsehaut», schwärmt er. Solche Momente geben Lillo die Motivation, weiter hart zu arbeiten und neue Ziele zu verfolgen. «Ich möchte 2028 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles dabei sein und vorne mitfahren», sagt er entschlossen. Kurzfristig strebt Lillo einen Platz in den Top 10 im Weltcup an –viermal schaffte er es bereits in die Top 15. Seine nächsten Weltcup-Rennen fährt Lillo am 20. und 21. September auf der Lenzerheide – Rennen, auf die er sich besonders freut. «Das ist für mich eines der Highlights in diesem Jahr», betont Lillo.
Lillo fährt aktuell für das «Giant Factory Off-Road-Team». Dieses wird von Amerika aus gesteuert und ist dementsprechend international aufgestellt. Gerade diese internationale Ausrichtung empfindet der 23-Jährige als grossen Gewinn. so reiste das Team im vergangenen Jahr bereits vor den Weltcup-Rennen nach Amerika – eine Erfahrung, die Lillo nachhaltig beeindruckt hat. «In meinem Alter so eine Chance zu bekommen, bedeutet mir sehr viel», erzählt er begeistert. Dass er eines Tages so für den Mountainbike-Sport brennen würde, hätte er sich früher kaum vorstellen können. Als kleines Kind schaute er zwar sehr gerne Strassenrennen im Fernsehen, ist aber selbst nur selten Velo gefahren. «Irgendwann wollte meine Mutter, dass ich mich selbst aufs Velo setze, statt vor den Fernseher», erinnert sich Lillo. Aus dem Anstoss seiner Mutter entwickelte sich eine echte Leidenschaft. Lillo trat dem Velo Club Eschenbach bei und bestritt dort sein erstes Rennen – der Beginn einer steilen sportlichen Laufbahn. Seither geht es für ihn stetig bergauf. Mit Blick auf die kommenden Jahre zeigt sich Lillo zuversichtlich: «Ich hoffe, dass es noch lange so weitergeht.» ⋌shs
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